Veröffentlicht am: 07.07.2021

ASW Bundesverband

Zum Auftakt der zweiunddreißigsten Runde stellen wir die Frage “Lohnt sich für das Sicherheitsgewerbe die Kooperation mit dem ASW Bundesverband in Berlin?“

Im Interview mit

Dr. Harald Olschok · Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Sicherheitswirtschaft e.V. (BDSW) und der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW),

Roland vom Brauck · Geschäftsführender Direktor in der Kötter Security Gruppe,

Ralf Philipp · Leiter Marketing & Geschäftsentwicklung der CMD – Sicherheit und Dienstleistungen GbmH & Co. KG,

Julia Al Fawal · Geschäftsführerin der ToSa Security & Service GmbH & Co.KG

Eine kurze Einleitung

Der Sicherheitsverband „ASW Bundesverband“ ist seit Jahren bestrebt, deutsche KMUs (kleine und mittelständische Unternehmen) für das Thema Wirtschaftsschutz zu interessieren. Dass diesem Bemühen Erfolg beschieden ist, wird wohl kaum jemand behaupten. Das ist schade, denn zum einen ist Wirtschaftsschutz so wichtig wie nie zuvor, zum anderen ist nirgends sonst so viel Sicherheits-Know-how gebündelt wie hier. Zu den ASW-Partnern gehören auch die beiden Arbeitgeberverbände des Sicherheitsgewerbes, BVMS und BDSW. Ersterer ist direkter Kooperationspartner, Letzterer wiederum Mitglied beim ASW-Regionalverband VSW. Zudem sind bei den Events immer wieder Vertreter von Sicherheits-Dienstleistern zu sichten. Dafür dürfte es Gründe geben. Geht es um mehr als ums reine Netzwerken mit potenziellen Kunden, zu denen der Zugang in diesem Umfeld leichter fällt? Kurz: Lohnt sich für das Sicherheitsgewerbe die Kooperation mit dem ASW Bundesverband in Berlin?

Dr. Harald Olschok

Dr. Harald Olschok

Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Sicherheitswirtschaft e.V. (BDSW) und der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW),

„Für den Wirtschaftsschutz sensibilisieren und werben“

 

Wirtschaftsschutz für KMUs ist eine hochkomplexe und vielschichtige Aufgabe. Die Verantwortung dafür haben die jeweiligen Unternehmer und Geschäftsführer selbst. Verbände können dafür sensibilisieren und werben. Das machen ASW und der BDSW seit vielen Jahren im Rahmen ihrer Möglichkeiten erfolgreich.

Der BDSW hat seit der Übernahme des Präsidentenamts durch Gregor Lehnert den Wirtschaftsschutz in sein Pflichtenheft aufgenommen. Wir haben einen Arbeitskreis gegründet, den Holger Köster ehrenamtlich und Dr. Berthold Stoppelkamp seitens der Geschäftsführung leiten. Diese Neuausrichtung hat dazu geführt, dass der BDSW im Jahr 2016 Mitinitiator und Partner der „Initiative Wirtschaftsschutz“ geworden ist, der beim Bundesinnenministerium angesiedelt ist. Gemeinsam mit BDI, DIHK und ASW arbeiten wir an der Weiterentwicklung einer Wirtschaftsschutzstrategie für Deutschland.

Seit vielen Jahren pflegen wir einen partnerschaftlichen Austausch und eine projektbezogene Kooperation mit der ASW auf Bundes- und Landesebene, zum Beispiel in Sachen Ausbildung und Wirtschaftsschutz. Mit dem ASW-Vorstandsvorsitzenden, Volker Wagner, und dem kommissarischen Geschäftsführer, Dr. Christian Endreß, arbeiten Gregor Lehnert und ich seit vielen Jahren eng und konstruktiv zusammen. Die Zusammenarbeit ist noch enger geworden, nachdem Peter H. Bachus, der frühere BDSW-Vizepräsident, zum stellvertretenden Vorsitzenden der ASW gewählt worden ist.

Vor Kurzem fand einer der insgesamt fünf Roadshows der „Initiative Wirtschaftsschutz“ bei uns in Bad Homburg statt, eine Gemeinschaftsveranstaltung von ASW, BDSW und VSW. Eine gute Grundlage für die künftige Arbeit für den Wirtschaftsschutz im Interesse der KMUs.

Roland vom Brauck

Geschäftsführender Direktor in der Kötter Security Gruppe

 

„ASW-Leistungen bleiben beim Wirtschaftsschutz ein wichtiges Pfund“

 

Das Schadensvolumen durch Wirtschaftskriminalität hat in Deutschland vor der Corona-Krise die Grenze von 100 Milliarden Euro überschritten. Im Zwei-Jahres-Vergleich lagen die Schäden durch Spionage, Sabotage, Cyberangriffe usw. dabei nahezu doppelt so hoch. Wirtschaftskriminalität ist somit längst zu einer der größten Gefahren für den Wohlstand unseres Landes geworden!

Schon dies unterstreicht die Wichtigkeit der ASW und den hohen Stellenwert der Kooperation für Kötter Security. Gerade wenn es darum geht, die „Hidden Champions“ des Mittelstandes, die aufgrund ihrer Innovationskraft beliebtes Ziel von Spionage sind, beim Thema Wirtschaftsschutz noch stärker an Bord zu holen, bleiben die Leistungen der ASW ein wichtiges Pfund. Hier sind nicht allein Top-Player der Wirtschaft, Sicherheitsbehörden und -branche sowie Wissenschaft eng vernetzt. Die Kompetenzcenter, Veranstaltungen, Themendienste usw. der ASW fördern den inhaltlichen Austausch und Know-how-Transfer gerade auf rasant voranschreitenden Gebieten wie Cyber Security. Hiervon profitieren unsere Führungskräfte genauso wie Sicherheits-Verantwortliche von bei der ASW engagierten Unternehmen.

Last but not least, ist die ASW eine wichtige Plattform für die Sicherheitswirtschaft, um ihre zentrale Rolle innerhalb der bundesdeutschen Sicherheitsarchitektur gegenüber Politik und Behörden zu unterstreichen. Denn auch wenn hier wichtige Fortschritte erzielt wurden, gibt es weiter erhebliches Potenzial.

Ralf Philipp

Ralf Philipp

Leiter Marketing & Geschäftsentwicklung der CMD – Sicherheit und Dienstleistungen GbmH & Co. KG

„Kooperationsinhalte müssen gelebt werden“

 

Ich bin da ganz ehrlich: Im Gegensatz zu anderen Sicherheitsverbänden, zum Beispiel BVMS oder VSW, ist mir der ASW Bundesverband bisher maximal unbewusst in Form von Artikeln oder Messeauftritten begegnet. Als mich die aktuelle „Frage in die Runde“ erreichte, musste ich tatsächlich erst ein wenig recherchieren, was konkrete Inhalte betrifft. Verbandsarbeit gehörte bisher nicht zu meinen Aufgaben. Mitgliedschaften in Bundesverbänden werden bei uns zwar immer mal wieder angesprochen, aber nicht ausdiskutiert. Als „kleiner“ Mittelständler konzentrieren wir uns aktuell noch auf andere Dinge.

Ich persönlich bevorzuge Vernetzung auf altmodische Art und Weise, zum Beispiel über Veranstaltungen, Termine und Empfehlungen. Ich befinde mich aber auf dem Weg der Besserung und nutze seit vielen Jahren auch Xing.

Bei meiner Recherche habe ich auch einen Blick auf die Kooperationsmitglieder (Sicherheits-Dienstleister) des ASW Bundesverbands geworfen. Natürlich sind die großen Spieler der Region dabei, aber auch einige mittelständischen Betriebe. Bei etwas über 80 kooperativen Mitgliedern aus Baden-Württemberg sind auch Dienstleister dabei, die einen Schwerpunkt in technischen Lösungen haben. Bei rund 6.500 Sicherheitsdiensten in Deutschland erscheint mir diese Anzahl relativ gering. Damit ist der ASW als Bundesverband aber nicht allein, auch die Anzahl der Mitgliedsbetriebe des BDWS oder BVMS spiegelt nicht die Anzahl der bundesweit tätigen Sicherheits-Dienstleister wider.

Aufgrund der fehlenden Erfahrung im Zusammenhang mit Kooperationen des ASW fällt mir eine Bewertung schwer. Grundsätzlich bin ich von Kooperationen überzeugt, aber nicht wenn sie nur dazu dienen, etwas zur Schau zu stellen. Inhalte müssen auch im Unternehmen gelebt werden.

Julia Lehning-Sendian

Julia Al Fawal

Geschäftsführerin der ToSa Security & Service GmbH & Co.KG

„Wissensaustausch ist doppelt profitabel“

 

Das Bündeln von Kompetenzen im Rahmen einer Zusammenarbeit lohnt sich generell. Jeder kann vom Know-how des anderen letztlich nur profitieren. Und genau so ist die Zusammenarbeit der Sicherheitswirtschaft mit dem ASW Bundesverband zu sehen.

Dieser Wissensaustausch ist sogar doppelt profitabel für die Sicherheitsunternehmen: Zum einen lassen sich Kontakte knüpfen und über Themen informiert werden, die bislang im Hauptgeschäft nur als Nischenbusiness wahrgenommen werden, sich aber in der schnelllebigen Sicherheitsbranche schon bald als profitables Geschäft mit Zukunftsperspektive entwickeln können. Als aktuelles Beispiel lässt sich dazu das Thema „Bedrohung durch Drohnen“ anführen, das immer mehr Präsenz in der Arbeit von Sicherheitsdiensten erfährt.

Zum anderen sind aber gerade die Kenntnisse über Themen wie Cyberkriminalität von absoluter Bedeutung für Unternehmen. Vor allem die KMUs sind oftmals personell nicht gut genug aufgestellt, um die Notwendigkeit der Prävention in Bezug auf solch komplexe Themen sofort zu erkennen, da spreche ich aus eigener Erfahrung. Da ist es hilfreich, wenn die Verbände durch Newsletter und Seminarangebote Orientierung bieten.

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