Veröffentlicht am: 21.09.2018

RUNDE FÜNF

Zum Auftakt der fünften Runde stellen wir die Frage „Sollten Arbeitgeber des Sicherheitsgewerbes Anreize schaffen, damit ihre Mitarbeiter die Security Essen besuchen, und wie sollten diese Anreize aussehen?“

Im Interview mit

Klaus Bouillon · Präsident des BVMS e.V.,

Peter Haller · Geschäftsführender Gesellschafter der All Service Sicherheitsdienste GmbH,

Ute Kittel · Mitglied des Bundesvorstandes der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di Berlin und Fachbereichsleiterin „Besondere Dienstleistungen“,

Bernd M. Schäfer · Geschäftsführender Gesellschafter der Atlas Versicherungsmakler für Sicherheits- und Wertdienst GmbH,

Dirk Dernbach · Geschäftsführer der SECURITAS Sport & Event GmbH & Co. KG

Eine kurze Einleitung

Das Sicherheitsgewerbe ist stets auf der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern. Aus- und Fortbildung, soziale Kompetenz sowie technisches und fachliches Know-how stehen im Forderungskatalog ganz oben. Wo kann man dieses Know-how besser und sicherlich auch kostengünstiger erwerben als auf der weltweit größten Sicherheits-Fachmesse, der „Security“ in Essen, die vom 25. bis 28. September ihre Pforten öffnet. Messebesucher erfahren hier in kompakter Form, was die Branche derzeit umtreibt, wie der Stand der Technik ist und welche neuen Herausforderungen sich insbesondere für die Unternehmens-, Veranstaltungs- und kommunale Sicherheit stellen, den wichtigsten Einsatzfeldern der privaten Sicherheits-Dienstleister. Sollten Arbeitgeber des Sicherheitsgewerbes Anreize schaffen, damit ihre Mitarbeiter diese Messe besuchen, und wie sollten diese Anreize aussehen?

Klaus Bouillon

Klaus Bouillon

Präsident des BVMS e.V.

„Fördert das Betriebsklima bei überschaubaren Kosten“

Die „Security“ in Essen ist eine internationale Leitmesse, die auch jeder besuchen sollte, der sich mit dem Thema Sicherheit beschäftigt. Nicht nur, dass die Mitarbeiter im Sicherheitsgewerbe hier die Möglichkeit haben, sich über Neuerungen in den einzelnen Sektoren zu informieren, sondern sie können auch Verbesserungsvorschläge unterbreiten, die die Qualität der Dienstleistungen verbessern kann. Gerade Unternehmer, die Sicherheits-Dienstleistungen anbieten, sollten es ihren Mitarbeitern ermöglichen, sich fachbezogen zu orientieren. Ein großer Anreiz ist es schon, wenn das Unternehmen einen solchen Messetag als gemeinsame Veranstaltung oder Betriebsausflug plant. Die Kosten für den Unternehmer sind überschaubar, jedoch fördern gemeinsame Aktivitäten auch das Betriebsklima. Auch die sich daraus ergebenden Diskussionen und Vorschläge sind eine Bereicherung für jedes Unternehmen.

Peter Haller

Peter Haller 

Geschäftsführender Gesellschafter der All Service Sicherheitsdienste GmbH

„Unsere Mitarbeiter haben die Wahl“

Wir müssen uns immer schneller und umfänglicher über technische Neuerungen in der Sicherheitsbranche informieren. In dieser schnelllebigen Zeit reicht es leider nicht aus, dass wir uns erst alle zwei Jahre auf der „Security“ in Essen Informationen beschaffen. Ich denke, dass auch die Größe der Messe den einen oder anderen überfordert. Hierfür gibt es dann die Fachmessen, die auf ganz spezielle Themen eingehen. Unsere Mitarbeiter erhalten beide Möglichkeiten. Um ihr Netzwerk zu pflegen und neue Informationen zu beschaffen, können sie entscheiden, ob sie die Messe in Essen oder aber die kleineren Fachmessen besuchen, die für sie von Bedeutung sind.

Ute Kittel

Mitglied des Bundesvorstandes der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di Berlin und Fachbereichsleiterin „Besondere Dienstleistungen“

„Fachmessen erweitern den Horizont“

Es ist grundsätzlich in bester Ordnung, wenn Arbeitgeber Anreize schaffen, dass Angestellte die Fachmesse besuchen. Das dürfen nicht nur die kostenlosen Eintrittskarten sein, sondern gleichzeitig auch eine Regelung zur Arbeitsbefreiung mit Lohnausgleich. Fachmessen sind geeignet, den eigenen Horizont zu erweitern, technische oder strukturelle Veränderungstrends aufzuzeigen und damit über die Zukunft der Branche zu informieren. ver.di hat gerade eine Befragung zur Bewertung der Arbeit für die Sicherheitsbranche veröffentlicht. Darin wird aufgezeigt, dass der Sinn der eigenen Tätigkeit in dieser Branche von den Beschäftigten überaus positiv bewertet wird. Ein Messebesuch ersetzt aber nicht die qualifizierte Weiterbildung. Und über Arbeitsmotivation entscheiden letztlich Einkommen, Arbeitsbedingungen und Entwicklungschancen. Dies sind die Fragen, an denen sich entscheidet, ob eine Branche attraktiv ist. Es besteht kein Zweifel daran, dass die Sicherheitsbranche hier etwas tun muss, damit sie im Wettstreit mit anderen Branchen künftig qualifiziertes Personal gewinnen kann.

Bernd Schäfer

Bernd M. Schäfer

Geschäftsführender Gesellschafter der Atlas Versicherungsmakler für Sicherheits- und Wertdienst GmbH

„Gezielte Mitarbeiterförderung bei festen Auswahlkriterien“

Da man nicht alle Mitarbeiter auf die Messe bekommen kann, muss es zur gezielten Förderung durch das Unternehmen ein Auswahlkriterium geben. Alle Azubis ohne Ausnahme. Bestimmte mittlere Führungskräfte zur Weiterbildung in speziellen Bereichen. Und von den anderen Mitarbeitern diejenigen, die man transparent auszeichnen und belohnen möchte. Wichtig ist allerdings die Begleitung auf der Messe, damit dieser Besuch nicht zu einer Art Betriebsausflug mit Kaffeetrinken wird. Dafür muss von der Geschäftsleitung oder dem Verantwortlichen eine Vorauswahl und am ersten Messetag ein Vorabbesuch von wichtigen Ausstellern erfolgen. Dies kann sich nach der Ausrichtung des Unternehmens oder den Tätigkeitsbereichen der Mitarbeiter differenzieren. Danach werden dann die Mitarbeiter gezielt zu den wichtigen Punkten geführt und erhalten die wichtigen Informationen. Für die nicht auf diese Art geförderten Mitarbeiter sollten Freikarten zur Verfügung gestellt werden. Diese Mitarbeiter müssten aber ansonsten den Besuch selbst finanzieren und in ihrer Freizeit machen.

Dirk Dernbach

Dirk Dernbach

Geschäftsführer der SECURITAS Sport & Event GmbH & Co. KG

„Vor dem Messebesuch genau informieren“

Wer sich für eine Sache interessiert, für den sollte es schon im eigenen Interesse liegen, sich über aktuelle Trends auf dem Laufenden zu halten. Letztlich ist die „Security“ in Essen eine Fachmesse, bei der es den Ausstellern darum geht, Kunden zu gewinnen und Geschäftsbeziehungen zu pflegen. Die wenigsten werden Zeit haben, sich intensiv mit Sicherheitsleuten zu beschäftigen, die keine Budgetverantwortung tragen. Dennoch kann natürlich der Besuch für Wachleute interessant und wichtig sein, denn sie erfahren hier den Stand der Dinge in ihrem beruflichen Umfeld. Wer nicht nur Prospekte und Kugelschreiber sammeln will, dem kann ich nur empfehlen, sich im Vorfeld über die Aussteller zu informieren und gezielt, gegebenenfalls nach vorheriger Terminvereinbarung dort das Gespräch zu suchen. Ebenso sollte man sich erkundigen, wann eventuell Präsentationen stattfinden. Ich vergleiche das gerne mit dem Besuch auf der IAA. Auch dort kann man sich die neuesten Fahrzeuge anschauen, bekommt aber als Einzelbesucher keine ausführlichen Informationen. Für die vereinbart man dann einen ruhigen Termin beim Händler vor Ort.

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