Veröffentlicht am: 24.09.2018

Interview: Marcus Heide
Foto: David Pülz

David Pülz

Gründer und Geschäftsführer der Enforcer Pülz GmbH im baden-württembergischen Ubstadt-Weiher

Auch auf der kommenden „Security“ in Essen wird das Unternehmen wieder vertreten sein: in Halle 1, Stand 1E44.

„Gut ausgerüstetes Sicherheitspersonal macht seinen Job dreimal so gut“

Marcus Heide im Interview mit
David Pülz · Gründer und Geschäftsführer der Enforcer Pülz GmbH im baden-württembergischen Ubstadt-Weiher

Bequeme Ausstattung, denn der Sicherheitsjob ist schwer genug: Warum ENFORCER-Chef David Pülz als Fachhändler für Dienstleister punktet

Marktplatz Sicherheit: Herr Pülz, wie sind Sie denn auf die Idee gekommen, ihr Unternehmen „Enforcer“ zu nennen?

 

David Pülz: Der Firmennamen entstand bei der Gründung 1991 durch die Ableitung des englischen Begriffs „law enforcement“, der im angloamerikanischen Raum nichts anderes bedeutet als „Ordnungskräfte“, „Gesetzeshüter“ oder „Vollzugsorgan“. Mit dieser Namensgebung haben wir uns an unserer damaligen Hauptzielgruppe orientiert: der Polizei.

 

Wie ist es zur Firmengründung gekommen?

Das Thema Sicherheit und dessen Entwicklung in punkto Technik und Ausrüstung interessierte mich schon immer. Nach meinem Wehrdienst wurde ich Angehöriger der Mobilmachungsreserve (MOB-Reserve) der Bundeswehr. Als Sportschütze im Schützenverein lernte ich einen Polizeibeamten kennen, der mit der Ausrüstung und dem Erscheinungsbild der deutschen Polizei alles andere als zufrieden war. Als kaufmännischer Angestellter im Zentraleinkauf eines zivilen Unternehmens wurde dieses Thema für mich zu einer persönlichen Herausforderung.

 

Erinnere ich mich recht an das damalige Erscheinungsbild der Polizei: Grüne oder beige-graue Hosen, unpraktische Jacken, billigste Handschellen…?

Ganz genau. Viele Polizisten haben damals ein wenig neidisch über den großen Teich zu ihren US-Kollegen geblickt, die rein optisch viel mehr hermachten. Da habe ich mir gedacht: Den Leuten kann geholfen werden, indem ich ausgesuchte US-amerikanische Dienstbekleidung und Ausrüstung für Polizisten auf den deutschen Markt bringe. Mit meinem ersten Auftritt auf der Fachmesse „Security“ 1992 in Essen habe ich sozusagen einen Testballon gestartet. Im Angebot waren diverse Overalls, ballistische Schutzwesten und Nylonkoppel mit Holster, Magazintaschen usw. Schon während der Messe gingen die ersten Faxbestellungen im Geschäft ein. Ich habe buchstäblich ins Schwarze getroffen.

 

Was war denn – zum Beispiel – an den Schutzwesten anders als an den bereits für die deutsche Polizei beschafften?

Das kann ich Ihnen sagen: Das damals weit verbreitete Modell „Bristol“ hat locker zwölf Kilo auf die Waage gebracht. Zwölf Kilo! Was man den Beamten damals zugemutet hat… Die Enforcer-Unterziehschutzwesten waren deutlich leichter. Mein damaliges Leitmotiv habe ich bis heute aufrechterhalten: Sicherheitskräfte sollten es im Arbeitsalltag so bequem wie möglich haben, denn ihr Job ist schwer genug. Und das gilt eben nicht nur für Polizisten, sondern auch für die privaten Sicherheitskräfte, meine heute zweitgrößte Kundengruppe.

 

Jetzt folgt der Werbeblock: Was bietet Ihr Sortiment?

Wir haben heute in Ubstadt-Weiher eine Verkaufs- und Lagerfläche von über 1.500 Quadratmeter und vertreiben über 4.000 Produkte – von Dienstbekleidung und Schuhwerk über Einsatzmittel und Ausrüstung wie Handschellen, Holster und Taschenlampen bis zur ballistischen Schutzausstattung für Polizei, Justiz, private Sicherheitsdienste und Personenschützer, Feuerwehr und andere Rettungskräfte sowie Bundeswehr.

 

Gerade bei der Dienstbekleidung haben Sie renommierte Wettbewerber.

Wir bieten weniger die großen Stückzahlen von Uniformen an, die die großen Dienstleister und ihre Lieferanten in der Kleiderkammer vorhalten und die eher an Corporate Identity (CI) als an Funktionalität orientiert sind. Wer zu uns kommt – und das sind vornehmlich kleine bis mittelständische Firmen –, schildert uns seine Tätigkeitsfelder und funktionalen Anforderungen. Beispiel Einsatzhose: Unsere Modelle von „5.11 Tactical Series“ verfügen über Taschen an den richtigen Stellen und guter Passform. Sie bleiben auch nicht irgendwo hängen und verschieben sich nicht bei einer schnellen Bewegung. Die für die Bundeswehr gibt es sogar bis zur Größe 68, und sie kosten gerade mal 35 Euro. Sie bestehen aus 100 Prozent strapazierfähiger Baumwolle. Beliebt sind auch unsere Koppelgürtel aus Nylon-Cordura, die man mit allen möglichen Ausrüstungsgegenständen bestücken und die man morgens genauso anlegen kann, wie man sie abends abgelegt hat – purer Komfort. Das finden Sie in dieser Auswahl bei den klassischen Uniformlieferanten kaum.

 

Wer auf Ihrer Website stöbert und ähnliche Produkte dann bei Amazon & Co. sucht, wird freilich ebenfalls schnell fündig. Muss man denn unbedingt zum Fachhandel?

Das ist eine Frage von Qualität und Beratung. Natürlich ist nicht alles qualitativ schlecht, was man auf den einschlägigen Online-Verkaufsportalen findet. Aber weder eine professionelle Abbildung noch der Preis garantieren letztlich, dass man bekommt, was man haben will und das auch den Preis rechtfertigt. Bei Enforcer hat man diese Gewährleistung, weil wir zum einen beraten und somit Anforderung und Produkt auf Basis unserer Erfahrung und Kompetenz zusammenführen. Zum anderen: Polizei und Bundeswehr kaufen bei uns ein – da könnten wir uns schlechte Qualität und mangelnde Funktionalität gar nicht leisten. Genau das ist es, was unsere Kunden aus dem privaten Sicherheitsgewerbe schätzen: Sie bekommen bei uns eine polizeinahe Ausrüstung. Und die Dienstbekleidung muss so hochwertig sein, dass die Mitarbeiter einen seriösen und kompetenten Eindruck machen.

 

Qualität hat freilich ihren Preis. Es heißt doch, dass gerade im Sicherheitsgewerbe so viele „Billigheimer“ unterwegs sind. Die werden kaum viel Geld für Kleidung und Ausrüstung ausgeben.

In der Öffentlichkeit wahrgenommen werden meistens zwei Gruppen von Sicherheits-Dienstleistern: Die ganz großen mit ihren CI-Uniformen und die Billigheimer in ausgewaschenen Jeans und Bomberjacken. Dabei gibt es viele kleine seriöse Anbieter, die einen tollen Job machen und die Wert auf ein kompetentes Erscheinungsbild legen. Nehmen Sie die kommunalen Ordnungsämter: Ihnen ist es wichtig, dass die von ihnen beauftragten privaten Sicherheitskräfte nicht nur sauber arbeiten, sondern auch einen guten Eindruck machen und Autorität ausstrahlen. Das fördert Prävention und Akzeptanz bei den Bürgern, die die Privaten schließlich mit ihren Steuergeldern bezahlen. Hierfür haben wir beispielsweise dunkelblaue Jacken im Programm mit hochwertigem Reflexaufdruck „Ordnungsamt“.

 

Vom US-Look ist aber wenig geblieben.

Das ist richtig. Was mit den USA zu tun hat, kommt hier zu Lande nicht mehr gut an. Durch steigenden Anspruch im Design hat sich in Europa ein neuer Standard entwickelt, der mehr auf einen vornehmeren Stil und Gediegenheit setzt, weg vom Martialischen und Autoritären, hin zu Zuverlässigkeit und Qualitätsorientierung. Dazu gehört im Übrigen auch, dass aus der Privatwirtschaft bei uns nur einkaufen darf, wer die Gewerbezulassung nach § 34a der Gewerbeordnung hat. Denn manches aus unserem Sortiment darf nur in verantwortungsbewusste Hände gelangen, etwa der EKA-Schlagstock.

 

Zusammengefasst: Bei Enforcer geht es um Qualität und Zuverlässigkeit bei der Ausrüstung für staatliche und private Sicherheitskräfte?

Und um Motivation! Denn wir dürfen nicht vergessen, dass unsere Produkte von Menschen getragen und eingesetzt werden. Wer qualitativ hochwertig ausgestattet ist, der fühlt sich respektiert, was wiederum die Motivation, Selbstsicherheit und Zufriedenheit steigert. Da macht man seinen Job gleich dreimal so gut.

 

www.enforcer.de

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