Veröffentlicht am: 14.02.2019

Interview: Marcus Heide
Foto: Walter Richter

Walter Richter

Walter Richter ist Geschäftsführer des „SicherheitsExpo“-Veranstalters NETCOMM GmbH.

„Besucher und Aussteller schätzen Kontinuität“

Marcus Heide im Interview mit
Walter Richter · Geschäftsführer des „SicherheitsExpo“-Veranstalters NETCOMM GmbH

Im kommenden Juni öffnet in München wieder die „SicherheitsExpo“ ihre Pforten. Walter Richter, Geschäftsführer des Veranstalters NETCOMM GmbH, gibt schon jetzt einen Ausblick.

Marktplatz Sicherheit: Herr Richter, die „SicherheitsExpo“ steht am 25. und 26. Juni 2019 wieder in München an. Es wird die 16. Ausgabe sein – das kann man wohl eine etablierte Fachmesse nennen.

 

Walter Richter: Ganz gewiss – und das hat in den Anfangsjahren nicht jeder Branchenkenner für möglich gehalten. Zumal einige andere regionale Versuche, eine Sicherheitsmesse zu etablieren, gescheitert sind, beispielsweise in Berlin, Sinsheim und Karlsruhe. Die „SicherheitsExpo“ dagegen war von Anfang an eine Erfolgsgeschichte. Wir haben begonnen mit 60 Ausstellern, heute sind es 160 bis 200. Die Zahl der Fachbesucher liegt inzwischen bei 4.000 bis 6.000.

 

Wie sind Sie eigentlich damals auf die Idee gekommen?

Das war, ehrlich gesagt, nicht ich, sondern der Bayerische Verband für Sicherheit in der Wirtschaft. Der Vorstand hatte das seinerzeit angeregt. Die IT-Security-Area auf der „Systems“ war gerade nach Nürnberg abgewandert, und zum Füllen der Lücke kam das Thema Unternehmenssicherheit gerade recht. Außerdem war man der Ansicht, dass es neben der „Security“ in Essen durchaus noch Platz gibt für eine zweite Sicherheitsmesse. Die Bayern sind ja seit jeher besonders selbstbewusst – mit gutem Grund, wie sich auch hier wieder zeigt. Ich hatte damals schon als Messeveranstalter Erfahrung mit der Netzwerkmesse „ExpoNet“ in Köln und Düsseldorf. Und so sind wir zusammengekommen. Und bis heute zusammengeblieben.

 

Da Sie das Stichwort schon selbst genannt haben: Sehen Sie sich als Konkurrenz zur Essener „Security“?

Nur weil sich beide Messen dem Thema „Sicherheit“ widmen, stehen sie nicht zwangsläufig im Wettbewerb. Dazu sind die Unterschiede zu groß. Die „Security“ findet beispielsweise alle zwei Jahre statt, die „SicherheitsExpo“ öffnet jedes Jahr ihre Tore. Die Essener werben für sich ganz klar als internationale Leistungsschau. Wir sind eine regionale Veranstaltung, die sich allerdings inzwischen – darauf bin ich besonders stolz – nicht mehr nur auf den süddeutschen Raum und Österreich beschränkt. Natürlich kommt ein Großteil der Besucher von dort, 60 Prozent aus Süddeutschland und 10 Prozent aus Österreich. Aber immerhin machen sich 30 Prozent inzwischen auch aus Hessen, Nordrhein-Westfalen, Berlin und eben Norddeutschland zu uns auf den Weg. Das ist keine Selbstverständlichkeit und spricht für unser Konzept.

 

Was ist denn ihr Konzept?

Wir bilden das ganze Spektrum der Sicherheit ab – in den vergangenen Jahren zunehmend elektronische Lösungen. Digitalisierung und Vernetzung stehen bei uns ganz oben auf der Agenda. Auf dem Gebiet hatten wir von Beginn an die Nase vorn, wenn ich beispielsweise an so software-getriebene Sicherheitsanbieter wie SimonsVoss, dormakaba oder PCS denke, die von Anfang an bei uns mitgemacht haben. Biometrie, RFID, NFC sind weitere Begriffe, die von unseren Ausstellern ganz groß geschrieben werden.

 

Können Sie weitere Trends nennen?

Naja, das Thema Drohnen steht gerade mit Blick auf Nutzen und Risiken hoch im Kurs. Was mir außerdem auffällt: Bei immer mehr technischen Lösungen steht zwar der Sicherheitsgedanke weiterhin im Vordergrund, aber es geht auch zunehmend um Komfort und Organisation. Ein gutes Beispiel dafür ist die elektronische Zutrittskontrolle, die gekoppelt wird mit Zeiterfassung und Bezahlfunktionen, etwa in der Kantine. Überhaupt wächst die Bedeutung der Schnittstelle zwischen unserer primären Zielgruppe der Sicherheits-Entscheider und -Beauftragten und den Personalern. Die Firma Dienstplanmacher mit ihren Software-Lösungen Personalplanung und Eventmanagement ist so ein Beispiel.

 

Das Schicksal, Sicherheits-Dienstleister kaum als Aussteller gewinnen zu können, teilen Sie mit der Essener „Security“. Können Sie sich diese Zurückhaltung erklären?

Nein. Vielleicht liegt’s ja daran, dass man als Dienstleister nichts Greifbares ausstellen kann…

 

Die Aussteller auf der Immobilienmesse „Expo Real“ haben auch nicht wirklich etwas zum Zeigen, und trotzdem haben auf der vergangenen Leistungsschau über 2.000 Unternehmen, Städte und Regionen mitgemacht.

Ich bin schon ganz zufrieden damit, dass wir die Sicherheits-Dienstleister als Besucher begrüßen dürfen. Immerhin sind der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) und der Bundesverband mittelständischer Sicherheitsunternehmen (BVMS) unsere Partner. Da technische Lösungen auch für die Dienstleister immer wichtiger werden, sind sie auf der „SicherheitsExpo“ auf jeden Fall richtig.

 

Bemerkenswert ist ganz sicher, dass viele Ihrer Aussteller der Messe treu bleiben.

Das freut natürlich auch mich ganz besonders. Die Quote der „Re-Booker“ liegt zwischen 80 und 90 Prozent. Offensichtlich lohnt es sich also, bei uns auszustellen. Es ist ja auch irgendwie ein alljährliches „Familientreffen“ der Sicherheitsbranche. Da mag es auch eine Rolle spielen, dass viele unserer Aussteller in der OSS-Association e. V. organisiert sind, die im vergangenen Jahr übrigens erstmals mit einem eigenen Stand vertreten war. Es handelt sich dabei um einen Zusammenschluss von Herstellerunternehmen für Sicherheitstechnik, der sich mit Standardisierungsfragen für die damit verbundenen Systeme befasst. Die Abkürzung OSS steht für „Open Security Standards“.

 

Und was parallele Veranstaltungen angeht…

…sind wir mit der „SicherheitsExpo“ ebenfalls gut aufgestellt. Es gibt jede Menge Fachvorträge zu relevanten Sicherheitsthemen, die regelmäßig gut besucht sind. Außerdem punkten wir mit der Brandschutztagung, zu der regelmäßig über 100 Besucher kommen. Diese Veranstaltung möchte ich künftig noch attraktiver machen, beispielsweise durch eine Führung über die Messe.

 

Ganz zu schweigen von der Eröffnungsrede des Schirmherrn Joachim Herrmann, seines Zeichens bayerischer Innenminister.

Das ist natürlich eine besondere Anerkennung. Der Minister ist ein regelmäßiger Gast auf unserer Messe. Das zeigt natürlich auch den Stellenwert, den die bayerische Landesregierung dem Thema Sicherheit beimisst.

 

Die Messe Essen hat die „Security“ einer sanften Umstrukturierung unterworfen, auch bedingt durch den Umbau einiger Hallen. Wäre das nicht auch für die „SicherheitsExpo“ angesagt?

Bei einer Messe kommt es nicht auf die Hallen an, sondern auf das Konzept. Nach meiner Erfahrung schätzen Besucher wie Aussteller Kontinuität. Eine Messe ist ein Produkt, das die Menschen in ihren Köpfen wiedererkennen wollen. Ich jedenfalls sehe derzeit keinen Anlass dazu, die „SicherheitsExpo“ zu erneuern.

 

www.sicherheitsexpo.de

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