18.03.2020

Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen

Derzeit überschlagen sich die Ereignisse. Gestern erschien das alles noch undenkbar und heute triff es mit voller Wucht ein. Viele Unternehmen und Selbstständige verlieren von jetzt auf gleich ihre Geschäftsgrundlage. Erst nur Tagungshotels, Veranstalter und Messebauer und nun zieht Corona durch alle Branchen und Bereiche. Wenn die Umsätze wegbrachen, sind Liquiditätsstützen erforderlich.
Die Bundesregierung hat folgende Maßnahmen beschlossen:

 

Kurzarbeitergeld

Die Bundesregierung hat das Kurzarbeitergeld ausgeweitet, um Unternehmen kurzfristig in der Corona-Krise zu helfen. Wenn infolge von Lieferengpässen oder behördlichen Maßnahmen ein Arbeits- oder Entgeltausfall droht, haben Betriebe einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld. Ziel ist es, die Arbeitsplätze zu erhalten, indem die Beschäftigten vorübergehend weniger arbeiten. Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt zwischen 60 und 67% des Nettoverdienstausfalls. Zugangsvoraussetzungen wurden erleichtert und im Folgenden aufgelistet:

  • – 10% (statt 30%) der Beschäftigten müssen von der Arbeitszeitreduzierung betroffen sein
  • – Aufbau von negativen Arbeitszeitkonten entfällt
  • – Die Bundesagentur für Arbeit erstattet vollständig die Sozialversicherungsbeiträge

Rückwirkend zum 01.03.2020 tritt diese Neuregelung in Kraft. Betroffene Arbeitgeber können das Kurzarbitergeld ab sofort bei der Arbeitsagentur vor Ort und auch online beantragen.

 

Steuerstundung

Ab sofort ist es für Unternehmen einfacher Steuerzahlungen zu stunden und Steuervorauszahlungen herabzusenken, um die Liquidität kurzfristig zu erhalten. Damit werden den Unternehmen Steuerstundungen im Milliardenbereich gewährt. Dies ist eine effektive Maßnahme, die kurzfristig wirkt. Finanzbehörden sind hierbei angewiesen, keine strengen Anforderungen zu stellen und auch Vollstreckungsmaßnahmen und Säumniszuschläge bis zum 31.12.2020 zu verzichten.

 

Einfacher Zugang zu Fördermitteln

Lieferketten werden unterbrochen oder die Nachfrage bricht massiv ein – diese Situation bringt auch viele gesunde Unternehmen infolge des Coronavirus derzeit unverschuldet in Finanznöte.
Die Bundesregierung hat ihre bestehenden Garantien und Förderprogramme ausgeweitet, um Unternehmen einfacher mit Liquidität auszustatten. Viel mehr Unternehmen erhalten so den Zugang zu zinsgünstigen Krediten. Ansprechpartner hierfür ist die Hausbank.

  • Die Bedingungen für den KfW-Unternehmerkredit (für Bestandsunternehmen) und den ERP-Gründerkredit – Universell (für junge Unternehmen bis fünf Jahre) werden gelockert. Die Bundesregierung erhöht ihre Risikoübernahme auf bis zu 80 Prozent und weitet den Zugang auf Großunternehmen bis zu zwei Milliarden Euro Umsatz aus.
  • Der KfW-Kredit für Wachstum (für große Unternehmen) wird von zwei auf fünf Milliarden Euro erhöht und ist nicht mehr auf Innovation und Digitalisierung beschränkt.
  • Bürgschaftsbanken verdoppeln ihre Bürgschaftshöchstbeträge auf 2,5 Millionen Euro. Sie können über Bürgschaften bis zu 250.000 Euro innerhalb von drei Tagen selbst entscheiden.
  • Das Großbürgschaftsprogramm für strukturschwache Regionen wird auf Unternehmen außerhalb der Region ausgeweitet. Die KfW wird in den nächsten Wochen weitere Förderprogramme auflegen.

 

Europaweites Vorgehen

Mit der „Corona Response Initiative“ möchte die Europäische Kommission im Volumen von 25 Milliarden Euro Banken dabei unterstützen, von Liquiditätsengpässen betroffene Unternehmen Kapital zur Verfügung zu stellen. Die Bundesregierung hat ihre bestehenden Garantien und Förderprogramme erweitert, um die Unternehmen einfacher mit Liquidität auszustatten. Damit erhalten mehr Unternehmen Zugang zu zinsgünstigen Krediten. Der Ansprechpartner für einen solchen Kredit ist die Hausbank.

 

Insolvenz

Die Verpflichtung bei drohender Insolvenz innerhalb von drei Wochen einen Insolvenzantrag zu stellen, soll bis Ende September 2020 aufgebogen werden.

 

Sozialversicherung

Es besteht auch die Möglichkeit zur Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen. Sprechen Sie dazu am besten mit Ihrer Krankenkasse.

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