Start Projekt Hilfsbus - gemeinsam Flüchtende in Sicherheit bringen

Pressemitteilung von Medical Volunteers International                                                                                

Hamburg, den 15. März 2022

Seit dem 24. Februar herrscht Krieg in der Ukraine – Krieg in Europa. Das erste Mal seit Ende der sogenannten Balkankriege müssen Menschen in unseren unmittelbaren Nachbarländern vor Krieg und Gewalt flüchten. So viele, wie seit Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr. Zahlreiche Familien haben ihr Zuhause durch die russische Invasion verloren, Menschen sind gestorben. Wie viele genau, wird sich wohl erst nach Ende des Kriegs zeigen. Viele Menschen entscheiden sich gerade dazu, sich nicht von ihrer Angst lähmen zu lassen. Sie helfen, wo sie können – nehmen Geflüchtete auf, spenden Geld und Material oder engagieren sich als Freiwillige. Auch das Projekt HilfsBus will Flüchtenden Unterstützung anbieten, um dem Wahnsinn des Krieges wenigstens körperlich unbeschadet zu entkommen. Und so arbeiten nun u.a. ein Security-Unternehmen namens proSicherheit GmbH mit Edelsteinbock zusammen, einem Startup für Kunsttherapie und Edelsteinprodukte.

Angestoßen wurde das Projekt von Mothers for Ukraine Hamburg-Gründerin Tatjana Sosin. Als Ende Februar die ersten Bomben auf die Ukraine fielen und die ersten russischen Panzer die Grenze überquerten, initiierte sie mit ihrer Mitbewohnerin ein Projekt, welches sich zum Ziel setzte, Menschen aus der Ukraine nach Deutschland in Sicherheit zu bringen. Als sich die Situation in der Ukraine verschlechterte, gelang es einem schnell zusammengestellten Team gemeinsam mit Freiwilligen, einen Bus zu organisieren. 120 Menschen auf der Flucht konnten so aus dem polnisch-ukrainischen Grenzgebiet nach Deutschland in Sicherheit gebracht werden. Nach dem Erfolg der ersten Evakuierung kontaktierte Sosin Tony Fleischer von proSicherheit. Um das Projekt noch effektiver und vor allem nachhaltiger zu gestalten, fehlte noch eine erfahrene Partnerschaft für die Arbeit mit Flüchtenden. Kurzerhand wurde das Hilfsprojekt Medical Volunteers International e.V. (MVI) überzeugt und gemeinsam das Projekt HilfsBus gegründet.

Wie geht es nun weiter? Am 15. März startete der HilfsBus seinen regulären Betrieb. Shuttleprojekte zur ukrainischen Grenze gibt es viele und natürlich sind dort auch viele Privatpersonen mit ihren Fahrzeugen aktiv, die ihre Familien oder Fremde abholen, um sie in Sicherheit zu bringen. Der Weg an ebendiese Grenze ist für viele Menschen allerdings eine kaum zu überwindende Hürde. Genau hier wird der HilfsBus aktiv, um diese Lücke in der humanitären Infrastruktur zu schließen. Ziel ist es, einen Shuttlebus zu betreiben, der zwischen verschiedenen Städten in der Westukraine und der ukrainisch-polnischen Grenze pendelt. Je nach Sicherheitslage kann das Projekt so in verschiedenen Gebieten Flüchtende aufnehmen und in Sicherheit bringen. Um bei den Kontrollen wertvolle Zeit zu sparen, überquert der Bus nicht die Grenze. Ein zweiter Bus erwartet die Flüchtenden auf der polnischen Seite und bringt sie entweder zu geeigneten Orten in Polen oder nach Deutschland. Hierzulande fährt der HilfsBus momentan Berlin, Hamburg, Köln und München an. Dort erwartet der MVI die Menschen und nutzt sein deutschlandweites Netzwerk, um alle Geflüchteten möglichst dezentral und menschenwürdig unterzubringen.

Das Projekt finanziert sich ausschließlich aus Spenden. Bezahlt werden Busse, Fahrer*innen und Benzin. Dolmetscher*innen, Sanitäter*innen und Security sind ehrenamtlich tätig. Der HilfsBus steht in enger Kooperation mit kommunalen und staatlichen Stellen in der Ukraine, um aktuelle Bedürfnisse vor Ort zu erfassen und möglichst viele Menschen in Sicherheit zu bringen. So kann das Projekt möglichst sicherere Routen (Start: Hamburg – Riwne, Shuttle vsl. 15.-22. März) definieren und dafür sorgen, dass alle gesund in der EU ankommen: die Flüchtenden und die zahlreichen Ehrenamtlichen des HilfsBusses.

Weitere Infos und Spenden unter: www.hilfsbus.de sowie www.betterplace.org/de/projects/107264-hilfsbus-menschen-retten-aus-der-ukraine